Die Arbeit zeigt Räume, Überreste dieser scheinbar katastrophischen (urbanen) Abwärtsspirale, die als Reflex der Abwehr zum Zuge kamen. Bruchstückhafte Erinnerungen und Sinnbilder meiner Suche. Sie bilden eine Sammlung von narrativen Sphären, die nach und nach in Erscheinung treten und betreten werden können. An Orten, an denen das junge Zürich sich kulturell festigte aber auch eine Drogenszene aufkeimen liess, die sich als Akt der Rebellion gegen das kapitalistische Zürich den geltenden gesellschaftlichen Normen widersetzte; sich einst versammelte oder heute immer noch trifft. Räume die an Artefakte erinnern und mit dem Lauf der Zeit sich aufheben und den Raum frei machen für neue soziale Milieus.

Indem ich gesellschaftlich relevante oft tabuisierte Räume und zurückgelassene Spuren digital abtaste entsteht eine Balance von Präsenz und Absenz des Gesehenen. Die unzureichende 3D-Technologie  lässt Lücken entstehen, die Räume fransen aus und scheinen sich gerade zu bilden oder sich aufzulösen.
So stehen Erinnerung, Vergessen und Rekonstruktion gleichwertig nebeneinander, Vorgänge, denen ich permanent ausgesetzt bin. Meine Arbeiten wollen diese Zustände wachhalten und sie als emotionale plastische Erfahrung in Raum und Zeit beim Betrachter in Gang setzen. Ich möchte die Räume nicht nur beschreiben, sondern sie wiederholen und neu ordnen. Bei diesem Versuch entstehen unvertraute Räume denen ich vertraue. Sie scheinen mir offen für neue Geschichten, ohne ihre Herkunft zu leugnen.

In den räumlichen 3D Projektionen kann der Betrachter die Bilder manipulieren und gerät damit ins Bild hinein. Grössenverhältnisse und Entfernungen verlieren ihre Konstanten und lassen ihn taumeln. Dabei kann er sich der Instabilität aussetzen oder Stabilität neu herstellen und erfährt sich so an der Grenze seiner Selbstgewissheit. Es ist mir wichtig, dass körperliche und zugleich virtuelle Erfahrungen sich nicht ausschliessen. Der Bildraum entsteht zwischen Instabilität und Vorstellung. Bilder sind für mich Objekte der Erfahrung.